Meine Erfahrung mit einer Fehlgeburt

Hallo meine Lieben, ich habe lange überlegt, ob und wie ich diesen Beitrag schreiben soll. Eigentlich hatte ich gehofft, diese Worte niemals tippen zu müssen. Doch wie viele von euch wissen, ist uns etwas Schreckliches passiert. Dieser Blogpost ist für mich eine Art Selbsttherapie, aber vor allem möchte ich anderen Frauen zeigen: Du bist nicht allein.
Der glücklichste Tag im September
Es fing alles so wunderschön an. Am 8. September hielt ich endlich den positiven Test in den Händen. Nach Monaten des Kinderwunsches hat Gott uns unser zweites Wunder geschenkt.
Ich war überglücklich. Ich habe die Stunden gezählt, bis Julio von der Arbeit kam, um es ihm zu sagen. Wir haben gemeinsam gelacht, geplant und uns so sehr auf die Zukunft zu viert gefreut.
Wenn die Welt plötzlich stillsteht
In der 12. Woche (11+5) hatten wir den Termin zum großen Ersttrimester-Screening. Ich hatte Julio dabei, weil ich emotionale Unterstützung brauchte , wir wussten bereits von einer Zyste am Hals des Babys und hatten drei Wochen lang intensiv um ein Wunder gebetet.
Doch das Wunder blieb aus. Ich werde diesen Moment auf der Liege nie vergessen: Die Stille der Ärztin, das Bild auf dem Ultraschall, auf dem sich nichts mehr bewegte.
„Das Herz schlägt nicht mehr.“
Dieser Satz hat mein Leben zerrissen. Unser Baby war bereits drei Wochen zuvor, kurz nach dem letzten Termin, in mir verstorben. Mein Körper hatte mir die ganze Zeit über eine Schwangerschaft vorgegaukelt eine sogenannte Missed Abortion.
Der Abschied und die Heilung
Die Tage danach waren die härtesten meines Lebens. Ich habe so viel geweint, wie noch nie zuvor. Besonders schwierig war der Kampf um einen zeitnahen Termin zur Ausschabung, da ich das Gefühl hatte, den Heilungsprozess erst beginnen zu können, wenn ich mich physisch verabschiedet habe.
Am Abend vor der Operation haben Julio und ich uns bewusst verabschiedet. Ich habe meinen Bauch gestreichelt und unserem Baby gesagt, wie sehr wir es lieben. Der einzige Trost, der mir bleibt: Das Erste, was unser Baby gesehen hat, waren die Arme von Jesus. Es ist jetzt an einem Ort, wo es ihm besser geht, als wir es jemals hätten bieten können.
Was mir (und vielleicht auch dir) hilft….
Viele haben mich gefragt, wie man in so einer Situation helfen kann oder wie ich damit umgehe. Hier sind meine Gedanken dazu:
- Reden, reden, reden: Ich habe fast jede Stunde mit meiner Mama, meinen Schwestern oder Freundinnen gesprochen. Alles muss raus.
- Anteilnahme zulassen: Jede Nachricht auf Instagram, jede Blume und jede Schokolade hat mich getröstet. Es zeigt einem, dass man gesehen wird.
- Die Männer nicht vergessen: Auch Julio hat sein Kind verloren. Väter trauern oft anders, aber ihr Schmerz ist genauso real. Fragt auch die Papas, wie es ihnen geht.
- Sich nichts vorwerfen: Es passiert jeder dritten Frau. Es ist nicht deine Schuld.
Ein Blick nach vorn
Auch wenn mein Herz noch blutet und ich Angst vor der nächsten Schwangerschaft habe: Ich weiß, dass wir wieder ein Baby in den Armen halten werden. Ein Regenbogenbaby wird seinen Weg zu uns finden.
Ich hatte eine Fehlgeburt | Meine Erfahrung & Umgang damit
Danke für eure unglaubliche Liebe und Unterstützung in dieser Zeit. Wir sehen uns bald wieder.
In Liebe, Rebecca
